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Studien zu J.S. Bach

Die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach in der Bearbeitung von Josef Rheinberger und Max Reger

Eine Vergleichsstudie

Auszüge

Klänge sind ein Wechselspiel zwischen Kunst und Wissenschaft.

Die Rheinberger'sche Bearbeitung der Goldberg-Variationen erfährt durch Max Regers kritische Revision in Dynamik, Phrasierung und Artikulation eine intensive Überarbeitung, allerdings ohne zusätzliches, motivisch-kontrapunktisches, eigenes Material. Max Reger war im Gegensatz zum Pädagogen Rheinberger ein reisender Künstler, ein Bühnenmensch, und wie Rheinberger ein Bach-Verehrer. Im Gegensatz zu Rheinberger erlitt Reger schon früh berufliche Rückschläge, psychische Zusammenbrüche; seine Lebensentscheidungen waren oft von Leidenschaft und Rebellion geprägt. Sein äußerst riskantes, anstrengendes Konzertleben neben seinen Verpflichtungen als Professor und Musikdirektor verkraftete sein Herz nicht. Im Leben Rheinbergers und Regers lassen sich wenig Gemeinsamkeiten finden außer die Vorliebe für Bach und die Liebe zur Musik ...

Im Grunde ist Bach der Erfinder der musikalischen Zeit. Es ist davon auszugehen, dass dieses große Variationswerk, das nicht umsonst in G-Dur steht, den Höhepunkt in Bachs Klavierübung darstellt.

Im Quodlibet geht es mehr als um die Vereinigung scherzhafter Volksmelodien. In jedem Werk Bachs sind Bezüge zu einem oder mehr seiner anderen Werke zu finden, zu Kantaten, Kirchenliedern, Motetten. Die Choral- und Kantatenbefunde in Bachs freien Werken ausfindig zu machen, hilft weiter, Bachs spezielle Sehnsucht nach Ewigkeit, seine auf Gott ausgerichtete Todessehnsucht besser zu verstehen: „Komm, süßer Tod!“ Auch in den Goldberg-Variationen ist diese Sehnsucht nach den letzten, vollendeten Dingen zu finden ...

Bachs Werk ist ein Netzwerk, eine permanente Verknüpfung, Gegensatz, Netzwerk und Dialog. Aus der Symbolik von Symmetrie und Achse setzt Bach eine Dynamik in Gang bis übers Werk hinaus, bis zur nächsten Verknüpfung.

(ISBN 9783842863453)

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