Gedanke 6

Gedanke 6

"Und wenn du nichts getan hast in deinem Leben, außer dein Herz immer wieder zurückzubringen, nachdem es wanderte und litt, nachdem es fortlief, so hast du doch dein Leben wohl erfüllt."

(Franz von Sales)

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Langeoog

Leben und Wahrheit gehören zusammen. Franz Werfel schreibt in seinem Roman über Verdi: Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser ...
Es geht nicht darum, Wahrheit nachzubilden (als wäre das so einfach möglich), sondern sie überhaupt erst zu erkennen und zu erforschen, dann würde man nichts mehr nachbilden, erst recht nichts erfinden wollen. So aber meint man, etwas nachzubilden und dies zu übertreiben und zu erdenken, was man nie im Realen erkannt hat. Beim Erfinden von Wahrheit kommt oft nur etwas Verdrehtes heraus. Es gibt genügend Gerüchte, dass es nicht noch mehr Clichés und Halbwahrheiten braucht. Ein Beispiel ist Thomas Bernhard mit seinem Roman Der Untergeher. Für die normale Gesellschaft kann sich das Bild des seltsamen, verrückten Musikers noch mehr verankern. Das Leben begabter Menschen als Mittel zum Zweck für Lebensforschungen, Lebensphilosophien und Imagination herzunehmen, zu fälschen, zu übertreiben, Neid und kindliche, blinde Bewunderung zwischen Zeilen zu schreiben, finde ich verantwortungslos. Ist es nicht viel wichtiger und hilfreicher, zuerst die Realität und dann die Wahrheit zu erkennen? Musik dient dazu, Wahrheit widerzuspiegeln.

Für Musik braucht man letztendlich ein weiches Herz. Ich habe viele Wege probiert, mein Herz zum tiefen Lächeln zu bringen, einen weichen Blick hinter meinen Augen; und wenn ich nun weiß, welche Wege nicht gehen, dann bleibt eigentlich nur einer übrig. Und dieser Weg ist ausgerechnet einer, bei dem ich mich so ohnmächtig fühle, als würde Schwäche einen Finger in meinen Hals stecken, als müsste ich mich übergeben.

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Weimar
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