Gedanke 4

Gedanke 4

Widerspiele

Lothar Zenetti schreibt, zu glauben macht nicht satt, im Gegenteil, es verhindert, dass man satt wird. Es macht sogar hungrig. Hunger und Durst nach Gerechtigkeit weckt Glaube. Doch dieser Hunger ist der beste Koch. Und wenn wir dann Wasser schöpfen, wird es Wein.

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Dieser geistliche Hunger ist erst erträglich, wenn man satt ist in Sinn, glaube ich. Es ist nicht leicht, mit geglückten Halbheiten zufrieden zu sein. Aber der Zwang zur Perfektion macht Kunst trotzig und nicht offen. Nur im hungrigen Sattsein wird Musik weich und nicht gewaltsam in der Suche.

Würzburg

Das Klavier ist ein wissenschaftliches Instrument. Darauf zu forschen ist ein großer Teil der pianistischen Entwicklung. Forschung und Wissen sind kreativ, jede Forschung. Warum kommt es mir dennoch vor, als würde man in der Uni oder im Institut eine Subwelt fern der Realität betreten, eine geheimnisvolle Bibliothek der Geschichte, ein Archiv der Ideologie, Intrige, aus der man Formeln und Regeln zusammenträgt, als würde man an den wirklich wichtigen Dingen vorbeiwissen, an der Musik vorbei? Als würde man eine Religion, sogar Götzendienst betreiben? Um nicht betriebsblind zu sein, um sich die Kreativität zu erhalten, sollte man auch ‚draußen', auch im Ausland, in der freien Marktwirtschaft tätig sein. Viele Menschen scheinen ihr ganzes Leben in Schule und Uni zuzubringen und damit in einer umzäunten Welt der Anpassung, Bedingung, Wertevorstellung und ganz bestimmten Denkweisen.

Charles Spurgeon

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte. Ein ängstlicher Glaube bringt die Seele in den Himmel, mutiger Glaube aber bringt den Himmel in die Seelen.

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