Gedanke 25

Gedanke 25

Musiker sein ist ein Seinzustand, lange vor dem professionellen Studium. Später kommt die Frage, wie das konkret aussehen wird im Seiltanz des Lebens mit Reiz, Außenwelt, Entwicklung, Entfremdung und der Arbeit, sich dem klanglichen Ideal zuerst des Lehrers, der Professoren, dann seiner selbst anzunähern. Menschen erschaffen aus dem, was sie entdecken — von dem, was bereits da ist. Wir schöpfen aus dem, was geschöpft ist. Das Erstaunliche ist: wenn wir es nicht entdecken, wird es so nicht da sein für uns.

0944232fcf568cc5a3b25018b7bb1f18-img

Lake Victoria, Uganda



Aber Musik ist immer da. Ein Baum, Wolken, ein Duft ist da.

„Ist es so unfassbar, dass man Gott mit seinen Sinnen verstehen möchte? Warum verbirgt er sich? Was geschieht mit uns, die wir glauben wollen, aber nicht können? Was mit jenen, die weder glauben wollen noch können? Warum kann ich Gott nicht in mir abtöten? Warum lebt er auf so demütigende Weise in mir, obwohl ich ihn aus meinem Herzen verbannen möchte? Warum ist es trotzdem eine spöttische Realität, die ich nicht loswerde? Ich möchte wissen, nicht vermuten. Gott soll sein Gesicht enthüllen und zu mir sprechen. Ich rufe zu ihm in der Finsternis. Aber es ist ist, als wäre niemand da.“

(Max von Sydow in Ingmar Bergmans Det Sjunde Inseglet. Das siebte Siegel, 1957: Bergmans symbolischen, künstlerischen Filme sind ein Ausdruck der Suche des Menschen.)

Es gibt viel Kunst, die um die Wahrheit herumtanzt. Die Realität ist nicht ein Stück hinter, sondern ein Stück vor Musik. Oder man könnte sagen, die Realität ist nicht ein Stück vor, sondern hinter der Kunst.

a88652ddcf7ca2c6c173388e8d6cf5eb-img

Kampala
S p a m t r a p mail@dst.tux4web.de