Gedanke 1

Gedanke 1

Es gibt mehr zu dieser Welt gibt als das, was wir sehen. Jede Art Kunst zeigt, dass Gaben und Begabungen nicht von uns Menschen stammen. Es muss einen Künstler geben da draußen und in uns, den wir spiegeln. Jede wirkliche, echte künstlerische Motivation, die aus dem Herzen kommt, ist von seinem Geist inspiriert und angezündet. Manchmal weiß ich nicht, was ich im Spielen oder Schreiben tue oder getan habe. Da ist etwas Prophetisches im künstlerischen Tun, das nicht meiner Kontrolle unterliegt: das aus mir herausfliesst, über meine Gedanken oder durch mein Inneres. Dennoch ist der Schlüssel zur Weisheit die Realität, auch wenn diese Realität mit ihrer Routine, ihrem Alltag, ihrer Demut mir oft wehtut. Gerade die Menschen, die mir am meisten wehtaten, haben mir dennoch weitergeholfen, zu lernen.

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Basel


Wenn ich im Konzert spiele, vergesse ich manchmal, warum oder für wen ich spiele oder trainiert habe, doch wenn ich übe oder schreibe, fühle ich mich verbunden mit Gott, sogar dann, wenn mein Herz nicht wirklich offen für ihn ist. Aber in dem Moment, in dem ich mich öffne oder ihn heranlasse, so dass er näher kommen darf, und ich spüre, es gibt Teile in mir, die verwundet und ängstlich sind, misstrauisch ihm gegenüber, in dem Moment treten Kunst und Musik zurück, nach hinten. Es geht dann um etwas anderes, um viel mehr: um das, wer ich bin, und darum, wie meine Beziehungen sind. Zu sein ist viel wichtiger als Kunst: zu sein, geliebt zu sein. Ich kann mir kaum vorstellen, was es heißt, mit einem geheilten Herzen kreativ - zu sein. Das ist ein Wunder und wird Wunder auslösen.

Antje S. Naegeli:
Wie gern, mein Gott, wäre ich unter denen, die dich liebhaben um deinetwillen, die deine Verborgenheit aushalten, weil ihnen das Vertrauen mehr gilt als das Verstehen, die dich nicht einzufangen trachten in ihre Wünsche, sondern sich beugen vor deiner Unbegreiflichkeit.
Wie gern, mein Gott, wäre ich unter denen, die dein Lob festhalten, auch wenn sie zerbrochen werden, die verzichten können, weil sie frei sein wollen für das Wesentliche, die sich versöhnen lassen mit der Versehrtheit der Welt, weil sie den Anruf der Liebe gehört haben, den alles Unvollkommene birgt.
Wie gut, mein Gott, dass mein Herz wach ist und Sehnsucht spürt, heil zu werden. Entmächtige das Ängstliche in mir, das, was zugleich ja und nein sagen will. Nicht große Sprünge erwartest du von mir, sondern kleine Schritte, und die will ich wagen, so wahr du mir hilfst.

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Essen
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